Schizophrenie ist eine Ich-Störung
Bei Schizophrenie denken viele gleich an eine gespaltene Persönlichkeit. Jemand, der zugleich mehrere Persönlichkeiten in sich vereint. Dem ist aber nicht so. Schizophrenie greift das eigene ‚Ich‘ zwar an, aber es spaltet es nicht. Vielmehr werden Grenzen nach außen verwischt und das ‚Ich‘ weiß nicht mehr, was zu ihm gehört.
Schizophrenie ist: Störung des Denkens, der Wahrnehmung und der Affektivität
Die Schizophrenie gehört zu den endogenen Psychosen und betrifft die drei oben genannten Komponenten. Es kommt sowohl zu Positivsymptomen als auch zu Negativsymptomen. Bei den Positivsymptomen der Schizophrenie kommt es zu Übersteigerungen des normalen Erlebens. Halluzinationen gehören zum Beispiel dazu (Stimmen hören ist häufig), ebenso Wahnvorstellungen (Denkstörung, oft als Verfolgungswahn) und motorische Unruhe. Der Glaube, Gedanken würden einem eingegeben ist eine typische Ich-Störung. Negativsymptome der Schizophrenie gehen mit der Einschränkung des normalen Erlebens einher. Es kommt hier zu motorischen Defiziten, zu Schwierigkeiten bei komplexen Denkprozessen, Reduzierung der Gesten und Mimik und auch– oft Monate vor akuten psychotischen Schüben – zu Schlafstörungen oder Depression. Verwechselt wird die Schizophrenie oft mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Diagnose Schizophrenie ist häufig schwierig
Die Diagnose Schizophrenie lässt sich erst im Verlauf der Erkrankung mit Sicherheit stellen. Auch hirnorganische Krankheiten sowie Persönlichkeitsstörungen oder Drogenmissbrauch können ähnliche Symptome verursachen. Ist die Krankheit erst einmal klar erkannt, muss der Patient lebenslang Neuroleptika einnehmen. Wichtig bei Therapie und Medikation ist auch die besondere Form der Schizophrenie, das heißt, zu wissen, ob es sich zum Beispiel um eine Hebephrenie oder Katatone Schizophrenie handelt.
Ursachen der Schizophrenie
Multifaktorielle Ursachen werden als Ursache für das Auftreten einer Schizophrenie herangezogen. Dies bedeutet, dass ein Wechselspiel zwischen genetisch-biologischen und psychischen Faktoren besteht. Im Klartext heißt das, dass es bei einem genetisch vorbelasteten Menschen unter extremen Stressfaktoren zu dem Ausbruch der Erkrankung kommen kann. Schizophrene Menschen sollten unbedingt – neben der medikamentösen Therapie – auch die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch nehmen.